Bamberg, Karolinenstraße 8

Im Zusammenhang mit der Absenkung des Niveaus für einen neuen Bodenaufbau konnte im Keller des Anwesens Karolinenstraße 8 eine kurze bauarchäologische Untersuchung der dort befindlichen Befunde durchgeführt werden. Obwohl die Baumaßnahme von der Stadt Bamberg bereits genehmigt war, erklärte sich der Bauherr, Herr Senger, bereit, die Bauarbeiten für zwei Wochen zu unterbrechen und eine archäologische Grabung durchführen zu lassen. Bedingt durch den sehr knapp bemessenen zeitlichen Rahmen und das Bestreben, die Kosten möglichst gering zu halten, mußte sich die insgesamt 14-tägige Maßnahme aufs Notwendigste beschränken.

Unter zahlreichen spätmittelalterlichen Lauf- bzw. Fußbodenhorizonten konnte mindestens eine hochmittelalterliche Vorgängerbebauung nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um ein annähernd rechtwinkeliges massiv steinernes Gebäude mit einer lichten Weite von etwa 6 x 5 Meter mit einer durchschnittlichen Mauerstärke von etwa 1 Meter. Unter dem letzten Fußboden des bestehenden Raumes konnten noch mindestens acht Lauf- bzw. Fußbodenhorizonte festgestellt werden, die entweder zu dem nachgewiesenen oder einem noch älteren Gebäude gehören. Die geborgenen Kleinfunde in den verschiedenen Horizonten machen eine Nutzung des Gebäudes im späten 11. Jahrhundert wahrscheinlich. Unter diesen Funden verdient neben der zahlreichen Keramikfragmente ein durchbohrter Wetzstein besondere Erwähnung.

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