Dressendorf, Lkr. Bayreuth, Staatsstraße 2163

Das bevorstehende, geplante Neubauvorhaben der Staatstraße 2163 zwischen Dressendorf und Allersdorf boten Gelegenheit und Notwendigkeit, vorgreifend zu den Baumaßnahmen vom 22. Juni bis 25. Juni 2009 archäologische Sondierungen durchzuführen, welche finanziell vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege getragen wurden. Die Kosten für den Maschineneinsatz übernahm das Staatliche Bauamt Bayreuth als Veranlasser der Baumaßnahme.

Durch eine gute Zusammenarbeit mit allen am Projekt beteiligten Parteien konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, wofür allen ein herzlicher Dank gebührt.

Die Neubautrasse liegt in unmittelbarer Nähe zur Fundstelle Nr. 6035/0012 (späte Jungsteinzeit – etwas Keramik) auf einer Höhenkuppe und fällt von dort schwach sowohl nach Norden als auch nach Süden ab.

Der höchste Punkt der Sondierungsfläche liegt bei etwa 486 m ü. NN., nach Norden fällt die Fläche bis auf ca. 476,40 m ü. NN. ab und im Süden bis auf ca. 482,76 m ü. NN.

Abbildung 1: Untersuchungsfläche südlich des Flurbereinigungsweges. Blickrichtung Südwest.
Abbildung 1: Untersuchungsfläche südlich des Flurbereinigungsweges. Blickrichtung Südwest.

Im Vorfeld des Straßenbaus sollte der Oberbodenabtrag in Sondagenform klären, ob relevante Befunde zu erwarten sind, da das Gebiet als Verdachtsfläche eingestuft war, aber keine Befundprognose möglich war.

Daher wurde im Bereich der geplanten Trasse durch sechs Sondagen in Längsrichtung mit Hilfe eines Baggers mit Humusschaufel unter Aufsicht der Oberboden abgetragen. Die Lage der Sondagen 1 bis 6 wurden tachymetrisch auf Gauß – Krüger Koordinaten eingemessen.

Etwa in der Mitte des Untersuchungsbereiches, auf der relativ ebenen Kuppe der Anhöhe wurden drei mögliche Gruben bzw. Pfostenstandorte aufgedeckt. Daher wurden in diesen Bereichen die Sondagen großzügig erweitert.

Abgesehen von einigen sogenannten Baumwürfen konnten drei mögliche Befunde in Gruben- bzw. Pfostengrubenform aufgedeckt und dokumentiert werden.

Die drei Befunde ließen sich relativ klar vom anstehenden Boden abgrenzen und hatten jeweils einen Durchmesser von ca. 50 cm, wobei die Tiefe der Befunde maximal bis zu 13 cm betrug. Sie enthielten – auch im Gegensatz zu allen anderen Verfärbungen – etwas Holzkohle und etwas Hüttenlehm.

Es konnten allerdings – außer im Oberboden (Lesefunde: glasierte Keramik ein kleines Hufeisen) – keinerlei Funde, wie etwa Keramik, gemacht werden.

Abbildung 2: Profil 1 - Befund 2
Abbildung 2: Profil 1 – Befund 2
Abbildung 3: Profil 2 - Befund 3
Abbildung 3: Profil 2 – Befund 3
Abbildung 4: Profil 3 - Befund 4
Abbildung 4: Profil 3 – Befund 4

Im Bereich um diese Gruben weiteren fanden sich keine weiteren Befunde.

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