Sparneck, Lkr. Hof, Evang.-luth. Pfarrkirche St. Veit

Im Rahmen der Gesamtsanierung der Pfarrkirche sollten die Bodeneingriffe im Kircheninneren und im äußeren Umfeld archäologisch begleitet werden, um etwaige Vorgängerbauten bzw. Reste des 1476 von Ritter Friedrich von Sparneck errichteten Klosters mit Kirche nachweisen zu können.

Im Außenbereich konnte unter dem Turmfundament ein aus Bruchstein gesetzter, Nordsüd verlaufender Kanal freigelegt werden. Unter der südlichen Langhauswestwand befand sich ein schwer gestörtes Grab, dessen Grube einige cm tief in den anstehenden Boden eingetieft war. Sowohl unter der südlichen, als auch unter nördlichen Langhauswand verliefen Mauer- und Fundamentreste. Sie dürften wohl älter sein, als das heute stehende Langhaus und auch älter als die Gruftanlage auf der Südseite der Kirche, da Teile der Gruftanlage auf den Fundamentresten aufliegen. Die aus Backsteinen gemauerte Gruftanlage mit Eingang im Westen, auf deren Boden sich zwischen Sargteilen die Skelettreste von mindestens drei Individuen befanden, war mit Bauschutt verfüllt (darunter Teile des ehemaligen Gruftgewölbes). Diese Gruftanlage entstand wohl in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts oder im 17. Jahrhundert und wurde wahrscheinlich beim Bau des größeren Langhauses 1696 oder der Stützpfeiler am Langhaus zerstört.

Die archäologische Betreuung der gesamten Baumaßnahme im Innenbereich erfolgte in insgesamt vier Ortseinsichten, welche sich auf sieben Arbeitstage verteilten. Die archäologische Dokumentation war größtenteils vom Bauablauf diktiert und so zu koordinieren, daß die vor Ort tätigen Firmen weder aufgehalten noch längere Zeit behindert worden wären. Eine Grablege, die aller Wahrscheinlichkeit der Familie des Stifters Friedrich von Sparneck zuzurechnen ist, wurde zunächst nur an ihrem östlichen Ende aufgedeckt. Sowohl die östliche Stirnwand als auch das Tonnengewölbe war aus Backsteinen gemauert. Da das Gewölbe erhebliche Risse aufwies und mit einer teilweisen Zerstörung gerechnet werden mußte, entschied man sich für eine Öffnung der Gruft. Die aufgefundenen Bestattungen waren völlig gestört und durcheinander geworfen. Gebeine von mindestens neun erwachsenen Individuen konnten festgestellt werden. Darüber hinaus wurden zahlreich Metall- und Textilreste und wenige bemalte Fragmente der Holzsärge geborgen, die zur weiteren Untersuchung in die Restaurierungswerkstatt des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege nach Schloß Seehof gebracht wurden.

Trotz der meist ungünstigen äußeren Umstände konnten durch eine sehr gute Zusammenarbeit mit Herrn Schöler und Herrn Geiser vom Staatlichen Hochbauamt Bayreuth, Dienststelle Hof, sowie der vor Ort tätigen Baufirma Witzgall interessante Ergebnisse zur Kirchengeschichte von St. Veit in Sparneck, gewonnen werden.

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