Sünching, Lkr. Regensburg, Werkstattneubau

Bedingt durch Bodeneingriffe im Zuge geplanter Baumaßnahmen konnte im Bereich einer am Ortsrand von Sünching gelegenen stichbandkeramischen Siedlung bauvorgreifend eine archäologische Untersuchung durchgeführt werden.

Durch die archäologische Notbergung konnte der Ausschnitt einer neolithischen Siedlung aufgedeckt werden, die anhand der zahlreichen Kleinfunde der stichbandkeramischen Kultur zuzuordnen ist. Zahlreiche Überschneidungen und komplexe Verfüllhorizonte einzelner Gruben zeigen, daß die Siedlungsfläche in mehreren Phasen über einen längeren Zeitraum genutzt wurde. Trotz des relativ kleinen Ausschnitts konnte zwischen einem östlichen "Haus"bereich mit Pfostenreihen, Wandgräbchen und hausbegleitenden Gruben und einem westlichen "Handwerks"bereich mit großen Gruben und einer Grabenanlage differenziert werden. Die Siedlung zeichnet sich durch einen enormen Fundanfall aus. In erster Linie sind hier qualitätvolle Silexgeräte und -pfeilspitzen sowie Fragmente sehr dünnwandiger, aufwendig verzierter Keramikgefäße zu nennen.

Trotz der ungünstigen Umstände, unter denen die Grabung durchgeführt wurde, konnten im genannten Zeitraum die gesamte Fläche eingemessen und 68 Befunde vollständig dokumentiert werden. Dies war nicht zuletzt durch die tatkräftige Unterstützung der Familie Roßmeier und deren sehr gute Zusammenarbeit möglich.

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